Der Workshop
Der Workshop zielt darauf ab, innovative Ansätze zur nachhaltigen Wissensvermittlung von kulturellem Erbe im schulischen Kontext zu diskutieren und dabei das Potenzial digitaler Medien und Digitalisate auszuschöpfen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können Kulturerbestätten digital, interaktiv und nachhaltig gestaltet werden, um insbesondere junge und bildungsferne Menschen zu erreichen? Am Beispiel von Kulturerbestätten in verschiedenen Ländern sollen die Digitalisierungsanstrengungen in Bezug auf das Erreichen sozialer Nachhaltigkeit geprüft sowie evidenzbasierte Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. Dabei leiten uns die Fragen „Welche Formen digitaler Inwertsetzung werden generiert und werden sie der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt?“ und „Werden sie im Kontext einer nachhaltigen Wissensvermittlung im schulischen Umfeld genutzt und wenn ja, in welchem Umfang?“
Die Grundidee des Workshops basiert auf den Erfahrungen und ersten Ergebnissen aus einer Pilotstudie "Transforming Cultural Heritage in 3D", die sich der Digitalisierung der Barbarathermen in Trier widmet. Dabei sind hochauflösende 3D-Modelle, die aus einer Kombination von Fotogrammetrie und Lidar-Scan bestehen, entstanden und ermöglichen ein realistisches, detailgetreues Abbild eines Kulturdenkmals.
Nachhaltige Wissensvermittlung
Mit der Veränderung der Massenmedien, den radikal anderen Prinzipien der digitalen Ökonomie sowie dem Einzug von KI als massenweise genutztes Element der kulturellen Produktion, haben sich die Prinzipien und Bedingungen der kulturellen Teilhabe in gravierender Weise verändert. Durch die massive Verallgemeinerung kultureller Teilhabe ist ein neues Element der Demokratisierung entstanden. Digitale Partizipation bietet somit das Potenzial, den Zugang zu kulturellem Erben für ein breiteres Publikum zu öffnen und auf neue digitale Weise die Aufarbeitung gesellschaftlicher Wissensbestände sowie deren bedarfsgerechte Vermittlung zu ermöglichen.
Parallel dazu hat die Nutzung digitaler Medien und die Unterstützung von künstlicher Intelligenz insbesondere bei jungen Menschen drastisch zugenommen. Etwa 62% der jungen Menschen nutzen künstliche Intelligenz täglich insbesondere zur Wissensgenerierung.
Dieser Entwicklung stehen staatliche Bildungs- und Kulturinstitutionen gegenüber, die sich derzeit nur beschränkt für neue digitale Arten der Wissens- und Kulturvermittlung öffnen. Dadurch wird das Feld der Kultivierung Heranwachsender weitgehend den Organisationen der digitalen Ökonomie überlassen und die in den Schulen praktizierten Lehr- und Lernformen entfernen sich immer mehr von dem Alltag ihrer Klientel. Diese „Entkopplungsdynamik“ gilt es zu verringern.
Workshop-Programm
10:00 Begrüßung (Markus Pohlmann, MWI)
10:15 Sozial-nachhaltiges digitales Lehren und Lernen (Petra Deger, PH)
11:00 Sozial nachhaltige Inwertsetzung von Kulturerbe: Erste Forschungsergebnisse (Kim Angelina Kettner)
11:45 Sozial nachhaltige Inwertsetzung von Kulturerbe: Antragsperspektiven (Leoni Kotwan)
12:30 Mittagspause
13:30 Schule, KI und Lebenswelt – Brücken bauen mit digitaler Kultur (Christina Wietig, Waldparkschule HD)
14:15 Digitalisierung und soziale Nachhaltigkeit in Rumänien (Romanita Constantinescu, RS)
15:00 Digitalisierung und soziale Nachhaltigkeit in Museen (Friederike Elias, Völkerkundemuseum)
15:45: Ergebnisse und Ausblick
16:00 Ende der Veranstaltung
