Multiple Modernities

Max Weber interessierte die historische Genese der Moderne in einer vergleichenden Perspektive. Im europäisch-amerikanischen Kontext hat sich diese neue Gesellschaftsstufe durchgesetzt. Momentan geht es nicht mehr um die Genese, sondern um die Ausbreitung der Moderne. Dies stellt eine Herausforderung für die soziologische Theorie, auch die Max Webers, dar. Modernisierung und Verwestlichung sind nicht mehr deckungsgleich. Bestehende sozialtheoretische Begriffe, Konzepte und Modelle müssen überdacht werden. Hier muss man Max Webers Forschungsprogramm weiterentwickeln. Dies ist deshalb möglich, weil er als einer der wenigen Klassiker seine Theorie kulturvergleichend anlegt. In Auseinandersetzung mit alternativen Theorieangeboten, wie Weltgesellschafts- und Weltsystemtheorien, arbeitet Professor Thomas Schwinn an einer Aktualisierung des Weber’schen Forschungsprogramms, das den heutigen globalen Herausforderungen gewachsen ist.

Literaturempfehlungen:

  • Schwinn, Th.: Globalisation and regional variety: Problems of theorisation, in: Jürgen Schriewer (Hg.), World Culture Re-Contextualised. Meaning constellations and path dependencies in comparative and international research. London and New York: Routledge 2016, S. 119-138.
  • Schwinn, Th.: Von der okzidentalen Moderne zur muptiplen Moderne?, in: Hans-Peter Müller/Steffen Sigmund (Hg.), Max Weber Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart: Metzler 2014.
  • Schwinn, Th.: Cultura, estructura, comparación: modernidades múltiples y la actualizacion de la soziologia de Max Weber, in: Sociologia Historica 7 (2007), S. 211-232.
  • Schwinn, Th.: Aspectos e problemas de uma compreensão plural de modernidade, in: Revista de Teoria da História 16 (2016), S. 223-256.
  • Schwinn, Th.: Multiple Modernities: Konkurrierende Thesen und offene Fragen. Ein Literaturbericht in konstruktiver Absicht, in: Zeitschrift für Soziologie 38, Heft 6 (2009), S. 454-476.
  • Schwinn, Th. (Hg.): Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Kultur- und strukturvergleichende Analysen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006.