Unter welchen Bedingungen verlassen Organisationen in Brasilien und Argentinien legale Pfade und wie lässt sich dies verhindern?

Projektbeschreibung

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Untersuchung von organisationaler Kriminalität in Brasilien und Argentinien und ihre Bekämpfung im internationalen Vergleich.
Ziel ist es, im Rahmen eines Forschungsnetzwerkes die neuesten Fälle von Unternehmenskorruption und illegaler Parteienfinanzierung in Argentinien und im Umfeld von Petrobrás, Brasilien zu analysieren und zu erklären.
Die bisherige, sehr erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Organisationsforschung - in den letzten Jahren auf die Fragestellung der Internationalisierung des Managements ausgerichtet - soll nun um den Bereich abweichenden Verhaltens in und von Organisationen erweitert werden.
Zur Analyse der Entstehung der organisationalen Kriminalität sollen die Tätermerkmale nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, sondern die Selbstregulation innerhalb der Organisation, d.h. die ungeschriebenen Regeln, welche die Tat legitimieren.

Drei wesentliche Merkmale werden im Rahmen des Projekts herausgearbeitet und weiterentwickelt:

  • Sektorenvergleich von Wirtschaft und Politik: Damit soll erfasst werden, wie das Umfeld einer Organisation mit seinen je spezifischen Regulierungsformen die ungeschriebenen illegalen Regeln (Selbstregulation) beeinflusst und für je kontextspezifische Anerkennungsformen krimineller Handlungen sorgt.
  • Kulturvergleich mit den lateinamerikanischen Ländern Brasilien und Argentinien. Das soll dazu beitragen, einen westlichen Bias des Modells zu vermeiden und die kulturellen Kontextfaktoren genau zu bestimmen. Nicht nur der Institutionenmix auf der regulatorischen Ebene, sondern auch die größere Alltäglichkeit der Korruption sprechen für den Einbezug dieser Länder. Dadurch sollen die kulturellen und politischen Bedingungen in ihrer Wirkkraft genauer bestimmt werden.
  • Interdisziplinäre Perspektive durch die Zusammenarbeit von Organisationssoziologen, Politikwissenschaftlern und Juristen, mit der die unterschiedlichen Zugangswege und Themenfelder kompetent abgedeckt werden.

Internationale Kooperationspartner

 

Leitung