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Inschriften als dokumentarische Hauptquellen zum vormodernen indischen Stiftungswesen

Für zahlreiche Bereiche der historischen Forschung zum vormodernen Indien sind die erhaltenen Quellen außerordentlich spärlich. Ganz anders ist die Quellenlage jedoch für die Erforschung des Phänomens "Stiftung". Es liegen Tausende von Inschriften aus der Zeit von 300 v. Chr. bis 1500 n. Chr. (und darüber hinaus) vor, und man darf es als einen glücklichen Umstand ansehen, daß mindestens seit den ersten Jahrhunderten n. Chr. die überwiegende Mehrzahl dieser Inschriften Stiftungsdokumente darstellt. Die relativ gute Überlieferungslage hängt nicht zuletzt mit der Beschaffenheit von Inschriften zusammen, die "für die Ewigkeit" gedacht waren und daher auf beständigen Materialien angebracht wurden. Indische Stiftungszeugnisse sind in Stein eingemeißelt oder in Metall eingraviert und in Prakrit, Sanskrit und Proto-Regionalsprachen verfaßt. Die große Zahl dokumentarischer Quellen zum Stiftungswesen darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch sie bei weitem nicht zu allen Aspekten von Stiftungen Auskunft geben. Dies wird vor allem im interkulturellen Vergleich mit anderen Regionen deutlich. In diesem Sinne soll es in dem Vortrag darum gehen, was aus indischen Inschriften über Stiftungen zu erfahren ist und wo auch hier die Grenzen liegen.

Referentin

Prof. Dr. Annette Schmiedchen ist Indologin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin. Hier ist auch das von ihr geleitete Projekt („From Deccan to Arakan“) des ERC Synergy Grant „DHARMA – The Domestication of ‚Hindu‘ Asceticism and the Religious Making of South and Southeast Asia (2019–2025) angesiedelt. Ihre Spezialgebiete sind die vormoderne Geschichte Indiens und Sanskrit-Epigraphik. Sie hat zu den Inschriftencorpora der Maitraka- und der Rāṣṭrakūṭa-Dynastie in West- und Zentralindien und insbesondere zu den Themenkomplexen des religiösen Stiftungswesens in buddhistischen, brahmanisch-hinduistischen und jinistischen Kontexten sowie zu Fragen von Herrschaftsrepräsentation und -legitimation im vormodernen indischen Kulturraum gearbeitet.

Annette Schmiedchen hat an der HU Indologie studiert und auch promoviert. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat sie sich 2009 habilitiert. Außerdem war sie als Vertretungsprofessorin für Indologie an der MLU tätig. Von 2012 bis 2017 hat sie mit dem Institut für Geschichtswissenschaften der HU an dem dort angesiedelten interkulturellen ERC-Projekt „FOUNDMED – Stiftungen in mittelalterlichen Gesellschaften“ mitgearbeitet.

 

 

 

KONTAKT

Koordinatorin Thematic Research Network

Dr. Gudrun-Christine Schimpf
E-Mail: gudrun.schimpf@csi.uni-heidelberg.de
Tel.: +49 (0) 6221 54 - 119 85

 

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