RUN – Rural Urban Nutrient Partnership

Ziel und Aufgabenstellung:

Mit der Schließung regionaler Nähr-und Wertstoffkreisläufe liefert RUN einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit von Agrarsystemen in Verbindung mit urbanen Strukturen. Ein wesentliches Element des Projekts sind regionale Nährstoffpartnerschaften zwischen städtischen Bewohner*innen und Landwirt*innen. Durch sie soll der Nährstoffkreislauf in der Gesellschaft nachhaltig und langfristig geschlossen und praxistauglich verankert werden. Die Struktur des Projekts gleicht einem Reallabor: Am Standort Heidelberg ist der Aufbau einer Pilotanlage und eines Informations- & Erfahrungsraums vorgesehen. Dort können neue Technologien unter Echtzeitbedingungen und mit der Beteiligung von Akteuren direkt erprobt werden. RUN verknüpft die Erforschung innovativer Technologien, die Analyse von Stoffstrom-Modellen, systemische Szenarioanalyse und sozialwissenschaftlich-partizipative Methoden miteinander, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. 

Das CSI untersucht im Rahmen von RUN Mentalitäten zu Hygiene und Gesundheit sowie die Konsequenzen der sozialen Einbettung neuer NASS-Technologien. Außerdem werden Daten zur Verbraucherakzeptanz von Agrarprodukten erhoben, die unter Einsatz von neuartigen Düngemitteln aus Abwässern produziert werden.

 

Nach dem dritten Projektjahr ist der Bau einer Pilotanlage für ca. 100 bis 200 Einwohner*innen als Demonstrator für ein urbanes Teilquartier in Heidelberg vorgesehen. Heidelbergs geografische Lage im Rhein-Neckar-Dreieck ist hochrelevant, da hier bei der Entwicklung von regionalen Kreislauflösungen vielfältige landschaftsstrukturelle Gegebenheiten zusammentreffen. Diese fließen bereits in die Konzeptentwicklung ein, so dass sich für die entwickelten Lösungen eine breite Übertragungsmöglichkeit auf vielfältige andere Regionen mit unterschiedlichsten regionalen Strukturen ergibt. Somit kann RUN zum Leuchtturmprojekt werden.

Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart (ISWA) koordiniert das vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt. Die erste Phase läuft über drei Jahre, eine Verlängerung ist geplant. RUN ist eines von acht Projekten des Forschungsvorhabens „Agrarsysteme der Zukunft“ im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“.

Ansprechpartner:

Dr. Georg Mildenberger
Dr. Gudrun-Christine Schimpf

Förderer:

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Förderlinie "Agrarsysteme der Zukunft"

Projektpartner:

Universität Stuttgart
Universität Hohenheim
Technische Universität Kaiserslautern
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Johann Heinrich von Thünen-Institut
Björnsen Beratende Ingenieure GmbH (bce)
iat - Ingenieurberatung für Abwassertechnik GmbH

Laufzeit:

01.04.2019 - 31.03.2022