Das MWI heute

Foto: Friederike Elias

Soziologie ist die Wissenschaft des sozialen Handelns unter besonderer Berücksichtigung seiner institutionellen Bedingtheiten wie auch seiner institutionellen Wirkungen. Sie ist in gleichem Maße eine theoriegeleitete wie auch empirisch forschende Disziplin. Seit Ihren Anfängen im frühen 20. Jahrhundert ist sie zu einem hoch differenzierten Wissensgebiet mit konkurrierenden theoretischen und methodischen Ansätzen herangewachsen. Gegenwärtig ist das Fach durch eine zunehmende Spezialisierung theoretischer Paradigmen, bestimmter Anwendungsbereiche, Problemstellungen und Methoden geprägt.

Das MWI vertritt in Lehre und Forschung sowohl den Kern der Disziplin ‚Soziologie‘ als auch den intellektuellen Reichtum der speziellen Soziologien und setzt Impulse für die Entwicklung des Faches.

Die Soziologische Theorie wird vertreten durch Thomas Schwinn. Die Weiterentwicklung von Max Webers Soziologie steht im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Grundlagentheoretische Fragen einer Weberianischen Soziologie werden im Auseinandersetzung mit aktuellen Theorieströmungen expliziert. Sozialtheoretische Fragen betreffen einmal aktuelle gesellschaftstheoretische Anstrengungen, Differenzierungs- und Ungleichheitstheorien zu integrieren. Zum anderen arbeitet Thomas Schwinn an der Weiterentwicklung von Webers Perspektive auf die Moderne.

Der Lehr- und Forschungsbereich Sozialstrukturanalyse unter der Leitung von Thomas Klein betrifft viele Teilbereiche der Gesellschaft. Dazu gehören insbesondere die demographische Entwicklung, Haushalts- und Familienstrukturen sowie soziale Ungleichheit, speziell in Bezug auf Bildung, Erwerbstätigkeit und Einkommensverteilung. In der Forschung liegen die Schwerpunkte von Thomas Klein auf Gesundheit und Lebenserwartung, Migration, Alter, Geburtenentwicklung sowie Partnerwahl und Beziehungsstabilität.

Die Politische Soziologie, vertreten durch Kathia Serrano Velarde, setzt den Fokus auf interdisziplinäre und international vergleichende Analyseansätze zur Erforschung drei zentraler Themengebiete: Diskursive Formen politischen und organisationalen Handelns, partizipative Politikformen und bürgerschaftliches Engagement, Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Die Arbeiten zeichnen sich durch einen qualitativ-quantitativen Methodenmix aus.

Im Lehr- und Forschungsbereich Organisationssoziologie führt Markus Pohlmann wirtschafts-, organisations- und industriesoziologische Studien durch, die sowohl quantitative als auch qualitative Vorgehensweisen miteinschließen. Diese orientieren sich an einem handlungs- und strukturtheoretischen Ansatz mit besonderem Bezug zur Institutionenanalyse und adressieren dabei mehrere Ebenen. In seinem neuesten Forschungsprojekt widmet sich Markus Pohlmann Fragen organisierter Korruption.

Die vergleichende Makrosoziologie ist das Spezialgebiet von Helmut Anheier. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten befasst er sich mit der Untersuchung institutionellen und organisationalen Handelns im so genannten „Dritten Sektor“ (Zivilgesellschaft und Assoziationswesen). Ziel ist es, auf der Grundlage empirischer Regularitäten überprüfbare Hypothesen zu formulieren, um sozialen Wandel im internationalen Vergleich zu erfassen und zu erklären.