Multiple Modernities

Die Genese der Moderne interessierte die Klassiker der Soziologie. Heute hat eine angemessene Theorie dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Moderne weltweit als gemeinsamer Kontext verbreitet ist, ohne dass dies zu einer Konvergenz von ordnungsmustern und Kulturen führt.  Modernisierung und Verwestlichung sind nicht deckungsgleich. Dies stellt eine Herausforderung für die soziologische Theorie dar. Die bisher angebotenen Grundkoordinaten zur Bestimmung von Modernität bieten keine sicheren Leitorientierungen mehr. Bestehende sozialtheoretische Begriffe, Konzepte und Modelle müssen überdacht werden. Max Webers kulturvergleichender Ansatz ermöglicht hierbei eine Aktualisierung seines Forschungsprogramms. Dies geschieht in Auseinandersetzung mit aktuellen Theorieentwicklungen, die sich dieser Problemlage widmen, wie dem Multiple-Modernities-Ansatz, den Arbeiten zur Weltgesellschaft und dem Neoinstitutionalismus.

 

Literaturempfehlungen:

  • „Pfadabhängigkeiten und Kontingenzen. Wie viele Wege führen zur Moderne?“, in: Hans-Georg Soeffner (Hg.), Unsichere Zeiten. 34. Kongress der DGS in Jena 2008. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.
  • „Gibt es eine multiple Moderne?“, in: Manuela Boatca /Willfried Spohn (Hg.), Global, multiple und periphere Moderne, München 2010.
  • „Multiple Modernities: Konkurrierende Thesen und offene Fragen. Ein Literaturbericht in konstruktiver Absicht“, in: Zeitschrift für Soziologie 38, Heft 6 (2009).
  • (Hg.) Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Kultur- und strukturvergleichende Analysen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; darin vom Herausgeber: Die Vielfalt und die Einheit der Moderne. Perspektiven und Probleme eines Forschungsprogramms, S. 7-34.
  • „Konvergenz, Divergenz oder Hybridisierung? Voraussetzungen und Erscheinungsformen von Weltkultur“, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 58 (2006), S. 201-232.
  • „Tendenzen globaler Kulturentwicklung“, in: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte 10 (2006), S. 149-181.
  • „Weltgesellschaft, multiple Moderne und die Herausforderungen für die soziologische Theorie“, in: Bettina Heintz, Richard Münch und Hartmann Tyrell (Hg.), Weltgesellschaft. Theoretische Zugänge und empirische Problemlagen. Sonderheft der Zeitschrift für Soziologie, Stuttgart: Lucius: 2005, S. 205-222.
  • „Von der historischen Entstehung zur aktuellen Ausbreitung der Moderne. Max Webers Soziologie im 21. Jahrhundert“, in: Berliner Journal für Soziologie 14 (2004), S. 527-544.
  • „Kulturvergleich in der globalisierten Moderne“, in: Gert Albert et al. (Hg.), Das Weber-Paradigma. Studien zur Weiterentwicklung von Max Webers Forschungsprogramm, Tübingen: Mohr (Siebeck) 2003, S. 301-327.