Differenzierungstheorien, soziale Ungleichheit und soziale Integration

In diesem Forschungsschwerpunkt steht die Verknüpfung der zwei großen Theorietraditionen der Soziologie zur makrosozialen Beschreibung und Erklärung und gesellschaftlicher Grundstrukturen im Mittelpunkt, die bisher beziehungslos nebeneinander herlaufen: Differenzierungstheorien und Ungleichheitstheorien. Um diesen theoretisch wie empirisch unbefriedigenden Zustand zu überwinden, wird nach konzeptuellen Brücken und Verknüpfungen gesucht. Mit einer solchen Kombination der beiden makrosozialen Grundachsen der Gesellschaft lassen sich viele Themen- und Problemfelder adäquater analysieren als mit nur einer Strukturdimension: etwa Fragen der Plan- und Steuerbarkeit moderner Gesellschaften, das Für und Wider alter und neuer sozialer Ungleichheiten, oder die Entwicklung von globalen Strukturen sozialer Ungleichheit. In diesem Kontext muss auch die Integrationsfrage geklärt werden, die separat in beiden Theorietraditionen gestellt wird: Was hält moderne Gesellschaften noch zusammen?

Literaturauswahl (Prof. Schwinn):

  • „Kritik der Meritokratie“, in: Soziale Systeme 19 (2015), S. 184-193.
  • „Zu Uwe Schimanks Versuch einer integrativen Theorie der modernen Gesellschaft“, in: Zeitschrift für Theoretische Soziologie 4 (2015), S. 275-283.
  • „Soziale Milieus: Varianten und Entstehungsbedingungen“, in: Peter Isenböck, Linda Nell, Joachim Renn (Hrsg.): Die Form des Milieus. Zum Verhältnis gesellschaftlicher Differenzierung und Formen der Vergemeinschaftung. 1. Sonderband der Zeitschrift für Theoretische Soziologie. Weinheim: Beltz-Juventa 2014, S. 150-167.
  • „Soziale Differenzierung. Handlungstheoretische Zugänge in der Diskussion“ (hrsg. zusammen mit Clemens Kroneberg und Jens Greve). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, darin vom Autor: „Von starken und schwachen Gesellschaftsbegriffen. Verfallsstufen eines traditionsreichen Konzepts“, S. 27-44, „Zum Verhältnis von Differenzierungs­und Ungleichheitstheorie auf globaler Ebene“, S. 399-419, und „Perspektiven der neueren Differenzierungstheorie“, S. 421-432.
  • „Wirtschaftssoziologie als Gesellschaftstheorie? Kritische Anfragen aus einer Weberschen Perspektive“, in: Andrea Maurer (Hg.): Wirtschaftssoziologie nach Max Weber. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010, S. 199-225.
  • „Nationale und globale Ungleichheit“, in: Berliner Journal für Soziologie 18 (2008), S. 8-31.
  • „Staatliche Ordnung und moderne Sozialintegration“, in: Peter Imbusch (Wilhelm Heitmeyer (Hg.), Integration - Desintegration. Ein Reader zur Ordnungsproblematik moderner Gesellschaften. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008, S. 469-490.
  • „Ist Geschlecht ein soziologischer Grundbegriff? Ansprüche und Grenzen der Gender- und Frauenforschung“, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie 33 (2008), S. 28-44.
  • „Klasse, Ethnie und Geschlecht: Konstellationen sozialer Ungleichheit“, in: Cornelia Klinger und Gudrun-Axeli Knapp (Hrsg.), Achsen der Ungleichheit - Achsen der Differenz. Verhältnisbestimmungen von Klasse, Geschlecht, „Rasse“/Ethnizität. Frankfurt/New York: Campus 2007, S. 271-286.
  • Soziale Ungleichheit, Bielefeld: transcript 2007.
  • „Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die zwei Soziologien und ihre Verknüpfung“, Frankfurt a. M. 2004, 2. Aufl. 2004, darin vom Herausgeber: „Institutioneile Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die zwei Soziologien und ihre Verknüpfung“, S. 9-68; „Ständische Verhältnisse und Ordnungsbildung vom Mittelalter bis in die Neuzeit“, S. 71-102.
  • „Differenzierung und soziale Integration. Wider eine systemtheoretisch halbierte soziologische Theorie“, in: Hans-Joachim Giegel und Uwe Schimank (Hg.), Beobachter der Moderne. Beiträge zu Niklas Luhmanns „Die Gesellschaft der Gesellschaft", Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2003, S. 231-260
  • Differenzierung ohne Gesellschaft. Umstellung eines soziologischen Konzepts, Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2001.