Am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas Kern wird derzeit im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts die Ausbreitung von Megakirchen in den USA untersucht.
Warum sind Megakirchen attraktiv? Kulturelle Reproduktion und Netzwerkstrukturen einer neuen kirchlichen Organisationsform in den USA:
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Kirchenlandschaft in den USA durch die rapide Ausbreitung von Megakirchen nachhaltig verändert. Megakirchen sind evangelikale Einzelgemeinden, deren Gottesdienste regelmäßig von mindestens 2.000 Gläubigen besucht werden. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, weshalb sich immer mehr Menschen in den USA diesen Megakirchen anschließen. Ausgehend von der Annahme, dass das Wachstum religiöser Organisationen auf erfolgreicher Ressourcenmobilisierung beruht, konzentriert sich das Projekt auf die soziale Nische von Megakirchen. Diese setzt sich aus drei Komponenten zusammen: (1) einem Netzwerk von Organisationen, mit denen die Gemeinde in Beziehung steht, (2) einem Netzwerk von Mitgliedern, die ihre Ressourcen in die Megakirche einbringen, und (3) einem semantischen Netzwerk aus Ideen, Überzeugungen, Narrativen und Symbolen, durch die sich die Megakirchen von anderen Organisationen unterscheidet. Mittels einer vergleichenden empirischen Analyse von drei Megakirchen (2.000, 5.000, 10.000 Mitglieder) und einer durchschnittlichen protestantischen Gemeinde werden die betreffenden Organisationsnetzwerke identifiziert, die Nutzerprofile der Mitglieder ermittelt und das semantische Netzwerk rekonstruiert, das die kulturelle Identität der Gemeinden bestimmt. Auf dieser Grundlage lassen sich die zentralen Unterschiede zwischen konventionellen Gemeinden und Megakirchen erfassen, die für das Wachstum der Megakirchen verantwortlich sind.
Research project: megachurches
In a current research project funded by the DFG (German Research Foundation), Prof. Dr. Kern and his team examine the spread of megachurches in the U.S.:
Why are megachurches attractive? Cultural reproduction and network structures of a new organizational form in the U.S.
With the rapid spread of megachurches in the last decades, the religious landscape in the United States has been experiencing a dramatic shift. Megachurches are evangelical congregations that average at least 2,000 attendees per service. As the successful mobilization of resources is key for the growth of religious organizations, the project focuses on the social niche of a megachurch, which consists of three components: (1) the organizational network in which a congregation is embedded, (2) a network of individual members who provide a megachurch with their resources, and (3) a semantic network of ideas, beliefs, narratives, and symbols, which uniquely distinguishes megachurches from other organizations. The project draws on a comparative empirical study of three megachurches (with 2,000, 5,000, and 10,000 members) and one average-sized evangelical congregation to identify their organizational networks, determine the user profiles of their members, and reconstruct the semantic network which defines the cultural identity of the congregation. Based on this analysis, major differences between conventional congregations and megachurches can be identified, which are accountable for the growth of megachurches.
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