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Zur Soziologie der bürgerlichen Gesellschaft
| Veranstaltungsleiter: | |
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Dr. Steffen Sigmund | |
| Studiumabschnitt: | |
| Bereich(e): | |
| Zeit, Beginn: | |
| Fr, 10.15 - 11.45, Freitag, den 16.10.2009, 10.15 Uhr | |
| Ort: | |
| Campus Bergheim, SR 02.025 | |
| Leistungsnachweis: | |
| regelmäßige Teilnahme, Hausarbeit | |
| Kommentar: | |
| Eine gängige Fremd- wie auch Selbstzumutung an die Soziologie ist, sie als die Wissenschaft von der „Gesellschaft“ zu bestimmen. Meist in Form von Zeitdiagnosen oder Gesellschaftsbildern öf-fentlich wahrgenommen, gilt es „die gesellschaftliche Wirklichkeit aus ihren objektiven Bedin-gungszusammenhängen zu erklären und in ihren subjektiven Handlungszusammenhängen zu verstehen“, sowie „wahrheitsfähige, d.h. prinzipiell empirisch überprüfbare Aussagen über soziale Tatbestände“ zu treffen, um darüber zum „Verständnis und zur Orientierung gegenwärtiger Gesell-schaften beizutragen“ (Friedrichs, Lepsius, Meyer 1998: 9). Wir sind gegenwärtig Zeugen einer unüberschaubaren Flut sozialwissenschaftlicher Diagnosen, die die Signatur zeitgenössischer Gesellschaften auf den Punkt zu bringen glauben, wobei die Etikettie-rungen rasch wechseln, von der postindustriellen über die Arbeits-, Dienstleistungs-, Risiko-, Multioptions-, Erlebnis-, Wissens-, Welt-, Informations- bis hin zur Tätigkeits- und Zivilgesellschaft reichen, hiermit zwar eine große Variabilität soziologischer Beschreibungsweisen dokumentieren, aber auch einen Mangel an systematischer und kategorialer Übereinstimmung anzeigen. Das Seminar versucht nun dieser Pluralisierung von Beschreibungen dahingehend entgegenzuwirken, dass mit Rekurs auf das klassische Konzept der „bürgerlichen Gesellschaft“ geprüft werden soll, ob dieses eine analytische Kategorie zur adäquaten Beschreibung zeitgenössischer gesell-schaftlicher Strukturen und Entwicklungsprozessen darstellt. Insbesondere die hiermit gegebene Möglichkeit, mehrere Ebenen zu unterscheiden – Struktur (bürgerliche Gesellschaft als Ordnungs-idee), Trägergruppen und Organisationsformen (Bürgertum, Öffentlichkeit) und Handlungsorientierung (bürgerlicher Habitus) – eröffnet die Chance, den analytischen und diagnostischen Gehalt die-ser Kategorie mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Prozesse zu prüfen. Literatur: Lepsius, M. Rainer (1990): „Zur Soziologie des Bürgertums und der Bürgerlichkeit.“ In: ders.: Interes-sen, Ideen und Institutionen. Opladen: westdeutscher Verlag. S. 153-169. Habermas, Jürgen (1990): Strukturwandel der Öffentlichkeit. 2. Aufl.,Frankfurt/M.: Suhrkamp. | |
